Digitale Konzerteinführung | Schubert - Vogler - Dresdner Philharmonie - Berglund

Shownotes

Warum nicht mal mit Heiterkeit? Zum ersten Mal in ihrer 49-jährigen Geschichte werden die Dresdner Musikfestspiele von der Dresdner Philharmonie eröffnet, und zum ersten Mal ist auch der bekannte Dresdner Comedian Olaf Schubert dabei und wird sicher einige humoristische Schlaglichter auf den Konzertbetrieb werfen. Die Musik selbst ist aber gar kein Witz, sondern schillert im Cellokonzert von Henri Dutilleux in den verschiedensten Klangfarben. Gespielt wird es von Jan Vogler, der als Intendant der Musikfestspiele damit ein Ausrufezeichen zum Festivalbeginn setzt. Farbenreich geht es auch in den „Bildern einer Ausstellung“ zu, diesem berühmten Werk des Russen Modest Mussorgski, in dem er mit dem Klangpinsel Gemälde nachzeichnet. Ein Ohrenschmaus, den unsere erste Gastdirigentin Tabita Berglund vom Pult aus leitet.

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00:00:04: Herzlich Willkommen zu Konzertanführung Digital, ein Podcastangebot der Dresdner Philharmonie.

00:00:10: Mein Name ist Albert Broyer und ich bin Komponist und möchte Sie in das Programm des Konzerns zur Eröffnung der Drestner Musikfestspiele am fünften Mai einführen.

00:00:19: Auf dem Programm stehen die Oberruhn-Overtüre von Karl Maria von Weber, das Cellerkonzert Tutte & Mount Laurentin von Henri Dutilleux und Bilder einer Ausstellung von Modest Musorgsky in der Fassung für Orchester von Maurice Ravel.

00:00:34: Die Dresdner Philharmonie spielt unter der Leitung von Tabitha Berglund.

00:00:38: Solist ist Jan Vogler, Olaf Schubert moderiert.

00:00:52: Von den Opern von Karl-Maria von Weber ist eigentlich nur der Freischütz ins ständige Repertoire eingegangen.

00:00:59: Ab und zu wird die Oriente gespielt aber der Oberon fast nie... Das mag daran liegen, dass da eine etwas andere Konzeption von Opa zugrunde liegt als man es gewohnt ist.

00:01:10: Es wird sehr viel mehr gesprochen in der Originalfassung.

00:01:14: Das hat dazu gefühlt das man verschiedene Bearbeitungen dieser Opa gemacht hat wo die Musik dann doch stärker hervortritt.

00:01:22: aber keine von diesen Bearbeitungen hat sich recht durchsetzen können.

00:01:26: Was ich aber durchgesetzt habe, das ist die Overtüre und dass mit großem Recht.

00:01:30: die Ovatüre ist wenn man so will ein Inbegriff romantischer Musik überhaupt und streng genommen beruht es schon auf ihren ersten drei Tönen nämlich einem Hornruf in Aufsteigender Skala, drei aufsteigende Töne und dieser Hornrufe genügt alleine schon um eine romantische Stimmung zu verbreiten.

00:01:51: Oberon ist ja ein Märchen, eine Feriengeschichte und natürlich gehört zum Märchen das Horn auch dazu.

00:01:59: Aber auch der übrige Teil der Overtüre ist außerordentlich bemerkenswert und von romantischen Stimmungen durchzogen.

00:02:07: da gibt es virtuose Streicherfigurationen wunderbare Klarinetten Soli einen Spiel mit Licht und Schatten.

00:02:15: Überhaupt war Weber ja ein Meister der Orchesterfarben.

00:02:18: Das gehört auch zur Romantik, dass das Orchester nicht mehr nur zur Darstellung von musikalischen Ideen dient sondern eben auch behandelt wird als ob man damit malen könnte also einen großer Bilderreichtum der durch die verschiedenen Klangfarben der Instrumente erzeugt wird.

00:02:37: Es ist ja auch kein Wunder, dass die romantik bildhafte Musik liebt Also weniger die abstrakte, sogenannte absolute Musik sondern vielen romantischen Kompositionen liegt eben ein Programm zugunde.

00:02:50: Ein bildhaftes Programm.

00:02:53: auch in der oberen Overtüre wird ungefähr schon angedeutet was in der Oper dann stattfinden wird.

00:03:00: aber es ist trotzdem auch noch ein Stück Musik das für sich selbst stehen kann eben nach der klassischen Overtürenweise aufgebaut mit einer langsamen Einleitung und einem schnellen Hauptsatz.

00:03:12: Aber dieser Anfang des Hornrufs, der ist dermaßen bestimmend.

00:03:16: Dass man eigentlich die ganze Zeit diesen Hornruf nicht vergisst und immer im Ohr hat auch wenn die Musik dann etwas anderes spielt.

00:03:26: Aurie Dutilleux ist ein französischer Komponist, der zu Lebzeiten immer etwas... Im Abseits stand er, hat sich nicht an die großen Hauptströmungen der französischen Musik gehalten sondern hat seine eigene Musik gemacht.

00:03:41: Das hat sich letztendlich dann ausgezahlt.

00:03:43: heute werden seine Werke sehr oft gespielt und er gilt als einer der großen Meister des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:03:51: Sein Cello-Konzert ist ein Musterstück der Gattung.

00:03:54: das Cello hat ja relativ lange gebraucht bis es zum vollwertigen Soloinstrument wurde gab es auch schon im Barock Cello Konzerte, etwa von Antonio Vivaldi.

00:04:05: Aber doch eher wenige.

00:04:07: und auch in der Klassik gibt es eigentlich nur das große Cello-Konzert von Josef Hayden.

00:04:13: In der Romantik hat sich das dann geändert.

00:04:16: Das hink auch mit spieltechnischen Änderungen zusammen, dass Cello bekam durch instrumentenbauliche Entwicklungen einen wesentlich größeren Tonumfang und das wird etwa in den Cello-Konzerten von Robert Schuhmann und Antonin Dworzak ausgenutzt.

00:04:32: Im zwanzigsten Jahrhundert wurde das nochmal erweitert.

00:04:35: Dass Cello ein Instrument auf dem man praktisch in allen Tonlagen spielen konnte – auch in der allerhöchsten.

00:04:42: Dazu kam die Pflege von verschiedenen Spieltechniken, so dass das Jellospiel einerseits immer schwieriger wurde und andererseits auch mehr Möglichkeiten bot.

00:04:53: Die Komponisten haben das dankbar aufgegriffen.

00:04:56: Das Celloconzert von Didier beruht auf Gedichten von Charles Baudelaire aus den berühmten Fleur du Mal, Den Blumen des bösen.

00:05:06: aber es ist in dem Sinn keine Programmmusik wie das in der Romantik üblich war.

00:05:11: Es sind eigentlich nur Stichworte notiert über den fünf Sätzen die vielleicht ein bisschen eine Stimmung andeuten sollen.

00:05:19: Trotz des Bezugs auf Baudelaire bewegt sich die Musik sehr frei, abwechslungsreich und selbstbewusst.

00:05:29: Der erste Satz ist überschrieben enigma, d.h.

00:05:33: Rätsel.

00:05:33: Und wenn man so will kann man in den exquisiten Farben, die das Cello hier produziert und das Überorchester auch dann wirklich etwas rätselhaftes Geheimnisvolles finden.

00:05:45: Der zweite Satz heißt Regalblick.

00:05:48: Der dritte Ule ist ein Ausdruck, der bezeichnet den Seegang oder die Dünnung auf dem Meer.

00:05:56: Das zugrunde liegende Gedicht von Baudelaire spielt dann auch das Meer an und das kann man auch musikalisch an einigen Stellen dargestellt finden.

00:06:06: Der vierte Satz Mirroir, Spiegel der fünfte hymne.

00:06:11: Hymne ist vielleicht noch am ehesten so eine rein musikalische Assoziation aber auch das wird bei dutille auf ganz eigene ganz persönlicher Weise dargestellt und es werden kaum traditionelle Hymnenklänge erklingen sondern es ist doch eher so eine ganz persönliche eine ganz stille Auch eine immer sehr, sehr vielfarbige Hymne, die Dithuyer hier zum Schluss seines Cello-Konzerts schreibt.

00:06:41: Die Bilder einer Ausstellung deuten schon im Titel an dass es hier um Bilder geht.

00:06:45: Es ging ursprünglich um eine Gedächtnisausstellung für den verstorbenen Maler Viktor Hartmann.

00:06:52: ein Freund von Modesmo Sorgsky Mosovsky hat diese Ausstellung besucht und sich dann inspirieren lassen von den dort gezeigten Bildern.

00:07:00: Er hatte sogar Bilder von Hartmann in einem Privatbesitz, nicht alle der Bilder die Mosovski als Vorbild gedient haben sind erhalten geblieben.

00:07:10: nur einige kann man heute noch sehen Eng.

00:07:16: Es scheint so, dass Mussorgsky dann doch gleich nachdem er ein Bild gesehen hatte die musikalischen Möglichkeiten selbstständig weiterentwickelt hat und oft noch über das hinausgegangen ist was Hartmann in seinen Bildern gezeigt hat.

00:07:30: Die Abfolge dieser Bilder ist sehr, sehr kontrastreich und man muss bewundern wie Mussorgsky aus dem Ganzen dann sogar eine dramatische Struktur entwickelt hat.

00:07:39: So dass man das Gefühl hat gegen Ende der Komposition nimmt die Spannung immer mehr zu obwohl es nach wie vor eigentlich nur einzelne Bilder sind die musikalisch illustriert werden.

00:07:50: Zwischen die Bilder hat Mussorgsky zwischen Sätze gesetzt, die mit Promenade überschrieben sind und diese Sätze zeigen also den Komponisten wie er durch die Ausstellung promeniert.

00:08:02: Von einem Bild zum anderen geht hier mal ein bisschen länger verwalt auch.

00:08:07: Diese Promenaden leitet das Stück schon ein.

00:08:10: Also man betritt sozusagen mit dem Komponnissen die Ausstellungen sieht das erste Bild dann geht es weiter und die Promenade ändert sich natürlich auch.

00:08:19: Die bleibt zwar von der thematischen Grundsubstanz gleich, aber wird immer etwas anders dargestellt.

00:08:26: und dann passiert etwas sehr eigenartiges nämlich ausgerechnet dem Satz Katakomben gibt das eine Passage die überschrieben ist Con mortuis in lingua mortua, das heißt mit den Toten in der Sprache der Toten und da fängt die Musik auf eine Weise an zu sprechen an dass nun das Promenadenthema in das Bild mit einbezogen wird.

00:08:51: Also es wäre zum Bestandteil des Bildes Das erinnert an die alte chinesische Legende von dem Landschaftsmaler, der eine große Landschaft malte und dann verschwand indem er einfach in diese Landschaft hineingängig und nicht wieder gesehen wurde.

00:09:06: So geht also auch Mussorgsky hier in das von ihm dargestellte Bild ein.

00:09:11: Der Vorgang wiederholt sich noch einmal im letzten Bild den berühmten großen Dorf von Kiew.

00:09:17: und da trettet nun das Promenadenthema ganz strahlend auf wirklich ganz großartig präsentiert in großer Klangfülle, als ob der Komponist sogar einen Ehrenplatz einnimmt.

00:09:32: Die Original-Fassung von Mussorgsky ist für Klavier Solo sehr schwer zu spielen und virtuos.

00:09:39: Die Bearbeitung von Marie-Isra Welle, die er im Jahr n.a.

00:09:44: war, ist vielleicht noch berühmter geworden.

00:09:48: Die bietet allerdings eine Orchesterpracht auf, die kaum übertroffen wurde.

00:09:53: Ravel war keineswegs der Erste, der eine Orchestrierung der Bilder einer Ausstellung versucht hat.

00:10:00: Vor und nach ihm gab es noch andere aber seine Fassung ist mit Abstand die berühmteste geworden – und das mit Recht!

00:10:08: Die Art wie Ravel hier die Instrumente einsetzt Klavierfassung, so eine richtige Farben-Symphonie zaubert.

00:10:18: Die ist wirklich einzigartig!

00:10:20: Ravel war ja vielleicht der virtuoseste Orchestrator, den überhaupt die Musikgeschichte jemals gesehen hat.

00:10:27: Und er hatte dann allerdings auch eine Vorlage, die geradezu das herbeisehnte, dass man da mit der Farbe arbeitet und zwar mit Farbe in jeder Hinsicht, in jedem Bereich so dass das ganze Stück wenn man so will ein einziger Klang rauschwört.

00:10:45: Zum Abschluss noch einmal der Hinweis auf das Konzert.

00:10:48: Es findet Schatt am fünften Mai um neunzehn Uhr dreißig im Kulturpalast Dresden.

00:10:53: Ich wünsche Ihnen viel Freude!

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