digitale Konzerteinführung | Pietschmann - Dresdner Philharmonie - Manze

Shownotes

Zweihundert Jahre lag Haydns D-Dur-Cellokonzert in der Prager Nationalbibliothek, und keiner kannte es. Oder besser: alle dachten, es habe ein anderer komponiert. Erst 1951 wurde die Originalhandschrift gefunden, und heute ist das virtuose und gleichzeitig kantable Werk aus den Konzertsälen der Welt nicht mehr wegzudenken. Elgars Streicherserenade, die das Konzert eröffnet, war der erste „Hit“ des Komponisten. Gleich zu Beginn entsteht durch ein rätselhaftes Pizzicato eine besondere Atmosphäre, und den langsamen mittleren Satz lieben die Engländer so sehr, dass er bis heute oft bei Gedenkfeiern und auf Hochzeiten gespielt wird.
William Lawes war einer der prägnantesten und eigensinnigsten Komponisten des elisabethanischen Zeitalters, seine wunderschöne Fantasie g-Moll war ursprünglich ein Werk für Gambenconsort. Arthur Bliss’ "A Colour Symphony" schließlich ist inspiriert von den symbolischen Bedeutungen verschiedener Farben. Hier verschmelzen musikalische und visuelle Ebenen zu einer vielschichtigen Interpretation von Farbe und Klang

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00:00:05: Herzlich Willkommen zur Konzerteinführung.

00:00:06: Digital, ein Podcastangebot der Dresdener Philharmonie.

00:00:10: Mein Name ist Albert Breier und ich bin Komponist und möchte Sie in das Programm des Konzerts am XXIII.

00:00:16: Mai einführen.

00:00:18: Auf dem Programm stehen die Serinade in E-Moll für Streichorchester von Edward Elger, das Celloconzert in D major von Josef Haydn ,die Fantasie in G-Mull von William Lawes Die Dresdner Phänomenie spät unter der Leitung von Andrew Mancy.

00:00:36: Die Solistin ist Constanze Beachman.

00:00:48: Die Serenade ist eigentlich eine musikalische Form, die ihren Höhepunkt im späteren achtzenden Jahrhundert erreichte.

00:00:56: Besonders berühmt natürlich die Serenaden von Wolfgang Ampaderus Mozart allen voran die berühmte Eine kleine Nachtmusik.

00:01:06: Wenn man im neunzehnten Jahrhundert Serenaden schrieb, dann war das eigentlich eher schon ein Rückblick.

00:01:11: Etwa die Serenade von Antonin Dvořák sind so ein bisschen eine verklärende Rückschau auf die große Serenadenseit.

00:01:20: Dann macht sich da einen sehr romantischer Tonfall bemerkbar.

00:01:24: Das ist auch eigentlich weniger Unterhaltungsmusik dann wie es ursprünglich die Serennaden gewesen waren Sondern richtige teilweise sehr anspruchsvolle Konzertmusik Als Edward Elgar seine Serenade für Streichorchester schrieb, da ging er sogar noch ein bisschen weiter zurück in der Nostalgie.

00:01:42: Man kann in dem Stück durchaus auch Anspielungen auf die Kultur des Mittelalters sehen etwa Auf den Minnesank.

00:01:49: ist ja so, dass die englische Kultur überhaupt in gewisser Hinsicht immer der Gotik verhaftet geblieben ist.

00:01:57: Was man ganz deutlich sehen kann etwa in der Architektur.

00:02:01: noch im neunzehnten Jahrhundert wurden eben zahlreiche Bauwerke im gotischen Stil in England gebaut.

00:02:09: Man hatte natürlich auch auf dem Kontinent die Neugotik.

00:02:13: Dann gibt es ja auch in Deutschland viele Beispiele, aber in England war man sozusagen immer noch ein bisschen näher dran an dieser glanzvollen Epoche und das macht sich zum Teil auch in der Musik bemerkbar.

00:02:27: Edward Elgar war als er seine Serenade schrieb, noch ein sehr unbekannter Komponist.

00:02:32: Das hat sich aber unter anderem genau durch diese Serenate geändert.

00:02:36: Sie war ein ziemlich großer Erfolg und der Erfolg ist ja eigentlich bis heute treu geblieben.

00:02:42: Manche finden sogar dass sich Elgas karakteristische Tonsprache in dieser Serenadet noch stärker zeigt als in seinen großen Sinfonien.

00:02:52: Ursprünglich handelt es sich wahrscheinlich um eine Folge von unabhängig entstandenen Stücken, die von Elgar erst später zu dieser dreisätzigen Serenade zusammengefasst worden sind.

00:03:03: Das merkt man allerdings kaum.

00:03:05: so wie diese Renate sich heute da bietet ist sie eine sehr überzeugende Abfolge von eben drei Stücken ,die im Charakter unterschiedlich genug sind dass die Musik immer spannend bleibt aber die von ihrer ganzen Art her auch durchaus so ähnlich sind, dass man das Ganze als zusammengehörig empfindet.

00:03:27: Ein englischer Komponist der heute wahrscheinlich nur noch wenigen bekannt ist ist William Laws.

00:03:34: William Lawes lebte in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhundert und hat auch das Bech gehabt in die damaligen politischen Ereignisse mit einbezogen zu werden in den Kampf des Königstums gegen die Parlamentarier, die einen stärkeren Einfluss des Parlaments wollten.

00:03:53: Da gab es einen richtigen Bürgerkrieg und ... diesem Bürgerkrieg ist Lorz dann auch zum Opfer gefallen.

00:04:00: Er war auf der Seite des Königs, der König hat ihn sehr geschätzt und hat ihm auch Aufträge gegeben aber in einer Schlacht zwischen den Königstreuen- und den Parlamentsanhängern viel eben William Lorz.

00:04:16: Etwas über vierzig Jahre alt.

00:04:17: sein Tod wurde nicht nur von dem Königlichen sondern auch von der Gegenseite betrauert, weil es wahrscheinlich Englands größte Kompositionsaufnahme der Zeit war.

00:04:29: Die Engländer mussten dann bis zu Herrn Le Pencell warten, bis ein ähnlich begabter Komponist dann wieder auftauchte.

00:04:37: William Laws ist vor allen Dingen hervorgetreten durch seine Fantasien für Gambenkonsort eine damals sehr verbreitete Gattung die allerdings ihren Höhepunkt schon etwas überschritten hatte.

00:04:49: Der Höhelpunkt liegt vielleicht bei den Werken von William Byrd oder Orlando Gibbons.

00:04:55: Los ist dieser Form aber treu geblieben und hat sie in eine sehr, sehr anspruchsvolle Art von Musik versammelt.

00:05:03: Diese Gamben-Konsorts eignet sich ja vor allen Dingen für stark kontrapunktische Musik, aber gleichzeitig auch sehr stark ausdrucksvolle Musik.

00:05:13: Es ist sozusagen ein Ausdruxkontrapunkt, den man findet kein gelehrter Kontrapunkt und auch kein geistlicher Kontrapunt sondern eine Art von Kontrapunkten der es vor allem daran gelegen ist dass die einzelnen Stimmen ausdrucksvolle Melodien spielen und das Ganze ein harmonisch äußerst interessanter komplex dann wird, da ist dann Los wirklich seiner Zeit schon weit voraus in seinen grammatischen Wagnissen und auch in der Art seiner sehr kühnen Stimmführung.

00:05:46: In der Übertragung für modernes Orchester kommt in unserem Fall noch eine Hafe dazu.

00:05:52: Das war allerdings damals auch üblich, dass die Gambenkonsorts mit einer Laute spielten – also ersetzt in gewisser Weise die moderne Hafe.

00:06:02: Die alte Laute und das Klangbild wird dann auch mit den modernen Streichern sehr dieser alten Besetzung angenähert.

00:06:12: Asa Bliss ist ein weiterer Komponist, der auf dem Kontinent nicht sehr bekannt ist.

00:06:16: Obwohl er ein sehr, sehr fruchtbarer Kmponist war und sich in vielen Gattungen versucht hat unter anderem eben auch in der Symphonie.

00:06:26: Sein Werk A Caller Symphony hat die Eigenart dass die vier Sätze nach Farben benannt sind.

00:06:33: aber es handelt sich nicht um Farbenmusik wie man sie etwa von Alexander Skriabin oder Olivier Mession kennt.

00:06:40: Skriabin wie Mession hatten ja die Eigenschaft oder die Begabung in Tonarten immer Farben abgebildet zu sehen.

00:06:50: Allerdings waren das verschiedene Farben, es ist kein System, dass sich übertragen lässt.

00:06:55: der eine hört C-Dur als weiß, der andere hört Cdur eben zum Beispiel als blau Und so ist das bei fast allen Farben, also da gibt es nichts worauf man sich einigen kann.

00:07:07: Trotzdem scheint bei einigen Komponisten dieses Gefühl sehr stark zu sein, dass einer bestimmten Ton hat eine bestimmte Farbe entspricht.

00:07:15: Bei Bliss aber, weil er sich noch anders... Er wurde zu seiner Symphonie angeregt durch die Heraldik eigentlich also wieder eine Form, die auf das Mittelalter zurückgeht.

00:07:26: Die Wappenkunde.

00:07:28: Wappen waren ja im Mittelalter und auch noch später sehr, sehr wichtig.

00:07:32: nicht nur die Rittartenwappen sondern es gab auch Wappens für Städte.

00:07:37: Die gibt es ja heute noch.

00:07:39: zum Beispiel kann man etwa auch in den Farben der Fußballvereine noch ein Abkömmling dieser Wappengunde sehen Und es gibt auch heute noch Familien, die ihre Wappen ganz eifersüchtig pflegen.

00:07:52: Es gibt zahllose Wappem und so ist dann eben auch die Heraldik als eine Wissenschaft etabliert worden.

00:07:58: Da war's dann auch wieder so, dass man den Farben bestimmte Eigenschaften zusprach.

00:08:04: Das ist ja schon eine ganz alte Lehre, die auf die Antike zurückgeht.

00:08:09: Bliss hat sich für seine vier sätzige Symphonie vier Farben ausgesucht.

00:08:15: Die erste Satz Purpur ist traditionell die Farbe des Königs, die Farber auch das Edelsteins Armitist.

00:08:23: Also eine sehr erhabene, sehr bedeutende, sehr edle Farbe was sich in der majestätischen Musik ausdrückt.

00:08:32: Der zweite Satz rot ist ein Skerzo.

00:08:35: Rot die Farbe des Rubins, die Farben des Bluts, die farbe der Aktivität, diefarbe das Rubins.

00:08:43: Dieses Kerzo ist entsprechend auch sehr leidenschaftlich und dramatisch.

00:08:51: Blau ist die Farb der Melancholie, die Fahre des Wassers eine Farbe, die einen ganz ganz weiten Horizont auf.

00:09:00: hat aber eher auf der kühlen seite sich befindet er empfindung auslöst die eben nicht leidenschaftlich sind sondern ruhig besinnlich und eben melancholisch.

00:09:13: bei bliss ist das entsprechend ein langsamer satz eben auch mit sehr viel rohe und mit lange gezogenen melodien.

00:09:21: Der letzte Satz grün, grün die farbe der jugend die farben des marakts die farb von optimismus Farbe und auch der Natur.

00:09:32: Das merkt man auch wieder deutlich in der Musik von Bliss, das ist doch ein ganz optimistisches sehr fröhliches Finale und wer entsprechend begabt ist, der mag vielleicht auch wirklich in diesem Finale die Farbe grün dann vor sich sehen.

00:09:48: Jose Feiden war ein Komponist, der in England große Erfolge feierte, vor allen Dingen in London auf seinen beiden großen Londoner Reisen.

00:09:58: Die Engene da haben ihn über alles geschätzt, wie später übrigens auch Felix Mendelsohn und er wurde wahrscheinlich noch mehr anerkannt als in Wien.

00:10:08: Was ja sein eigentliches Wirkungsfeld war.

00:10:11: Jedenfalls zählen seine beiden Londonreisen überhaupt zu den Hühierpunkten seiner Karriere.

00:10:17: Da erkrankt wahrscheinlich auch seinen Cello-Konzert.

00:10:20: mit diesem Cello Konzert hat es allerdings eine besondere Bewandnis Nämlich man neigte dazu, dieses Cello-Konzert Hayden abzusprechen.

00:10:29: Also zu behaupten es sei gar nicht von Hayden komponiert sondern von jemand anders.

00:10:34: Es wurden dann eher die Namen von berühmten Cellisten genannt etwas sehr auf der Name von Anton Kraft, der der eigentliche Autor dieses Konzerts gewesen sei.

00:10:44: Der Grund dafür ist ein vielleicht etwas merkwürdiger nämlich in gewisser Weise traute man Haydn dieses Konzernt nicht zu.

00:10:51: Hayden war ja bekannt vor allen Dingen als Symphoniker und als Komponist von Streichquartetten.

00:10:56: Konzerte waren eher eine Angelegenheit von Mozart, eben die vielen Klavierkonzerte zum Beispiel oder später von Beethoven.

00:11:06: Von Hayden hat es eigentlich nur ein einziges sicher von ihm stammendes Konzert zur Berühmtheit gewacht.

00:11:13: das ist ausgerechnet das Trompetenkonzert.

00:11:16: Die Trompete wiederum ein Instrument, um dass sich die anderen Klassiker gar nicht gekümmert haben.

00:11:20: Konzertmäßig und das blieb dann heidens Domäne.

00:11:24: Das Cello-Konzert allerdings auch.

00:11:26: Es gibt weder von Mozart noch von Beethoven Cello Konzerte Nur in Beethoven's Dribbelkonzert Da trett es auf Allerdings zusammen mit Geige und Klavier.

00:11:38: Dieses Cello Konzert, was eben angeblich gar nicht von Haydn gewesen sei ist ausgesprochen virtuos und auch das schien ein Grund zu sein warum man Hayden nicht für den Autor hielt.

00:11:49: Man traute ihm schlicht einfach so viel Instrumentenkenntnis nicht zu.

00:11:55: Aber wie oft bei Hayden, er wies es sich dann doch dass man den Meister mal wieder unterschätzt hatte.

00:12:00: Nämlich in den fünftiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts tauchte das original Manuskript auf und das ist nun eindeutig von Hayden und es gibt heute überhaupt keine Zweifel mehr, dass Haydn dieses Stück wirklich komponiert hat.

00:12:15: Es ist wahrscheinlich das beste und auch beliebteste Cello-Konzert der Klassik Die Tonart, die du ja ganz hervorragend geeignet für das Cello.

00:12:26: Was bemerkenswert ist es wird schon ein sehr großer Tonumfang genutzt also dass Cello gar nicht nur als Bassinstrument oder höchstens als Tenor Instrument sondern es reicht auch in sehr hohe Lagen hinein eine Spieltechnik die sonst eigentlich erst gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts gepflegt wurde etwa im Cello Konzert von Antonin Dvořák.

00:12:48: Die Musik hat solche, allerdings ist durchaus ähnlich wie auch sonst die klassische Musik.

00:12:55: Es ist sehr unbeschwerte Musik und sehr sehr Musik der guten Laune.

00:13:01: Die Klassiker bevorzugten ja im Allgemeinen die Durtonarten und das ergibt eben auch ganz genau dieses sonnige Gefühl was das ganze Konzert durchzieht.

00:13:13: Das Konzern hat wie immer drei Sätze, einen nicht allzu schnellen ersten Satz der auch so ein bisschen majestätisch ist aber vor allen Dingen sehr kantabel mit wunderschönen Cello Melodien dann einen ruhigen langsamen Satz wo die Melodin wahrscheinlich sogar noch etwas ausgefeilter sind und noch etwas singender.

00:13:36: Dann ein wunderschönes leider eigentlich wie zu kurzes Rondo das man gerne noch weiter hören wollte.

00:13:43: Aber Hayden hat nun einfach irgendwann mal den Doppelstrich gesetzt und damit hatte die Sache ein Ende.

00:13:52: Zum Abschluss noch einmal der Hinweis auf das Konzert, es findet statt am Samstag, den XXIII.

00:13:57: Mai um neunzehn Uhr im Kulturpalast Dresden.

00:14:01: Ich wünsche Ihnen viel Freude!

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