digitale Konzerteinführung | Beethoven 5
Shownotes
Zeitgenössische Komponisten haben es oft schwer, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu werden. Bei Jörg Widmann ist das anders. Er ist nicht nur ein gefeierter Klarinettist, sondern auch der vielleicht meistgespielte lebende deutsche Komponist. Sein „Con brio“ ist eine mitreißende Konzertouvertüre, die von der ersten Sekunde an in den Bann zieht. Mit unglaublicher Dynamik und präzisem Rhythmus entfesselt Widmann ein musikalisches Feuerwerk. Dabei wird auch die Virtuosität des Orchesters auf die Probe gestellt.
Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert Nr. 1 in f-Moll hingegen ist ein Glanzstück der Romantik. Der Solist wird hier zum Geschichtenerzähler: Vor allem das lyrisch-schöne Adagio berührt die Seele... Webers Musik zeigt eindrucksvoll, warum die Klarinette zu den expressivsten Instrumenten überhaupt zählt.
Ludwig van Beethovens Fünfte Sinfonie mit ihrem „Schicksalsmotiv“ – dieses eindringliche ta-ta-ta-taaa – kennt jeder, und doch beeindruckt sie immer wieder aufs Neue. Von den düsteren Anfängen bis zum triumphalen Finale erzählt Beethoven von Kampf, Hoffnung und Sieg. Diese Sinfonie ist ein Meilenstein der Musikgeschichte und ein überwältigender Schlussakkord für diesen besonderen Konzertabend.
Transkript anzeigen
00:00:05: Herzlich Willkommen zur Konzerteinführung.
00:00:07: Digital, ein Podcastangebot der Dresdner Philharmonie.
00:00:11: Mein Name ist Albert Breier und ich bin Komponist und möchte Sie in das Programm der Konzerte am dreißigsten und einundressigsten Mai einführen.
00:00:19: Auf dem Programm stehen die Konzertovertüre Conbrio von Jörg Wittmann des clarinetten Konzert Nr.
00:00:24: I in F-Moll von Karl Maria von Weber und die fünfte Symphonie in C-Mol von Ludwig van Beethoven.
00:00:31: Die Dresdener Philharmy spielt unter der Leitung von Ricardo Minasi Der Solist ist Martin Fröst.
00:00:50: Die Konzertovature ist eine musikalische Form, die sich aus der Opern-Ovatüre entwickelt hat.
00:00:55: Das war so Anfang des neunzehnten Jahrhunderts.
00:00:58: Der große Name hier natürlich Ludwig van Beethoven aber auch Komponisten wie Franz Schumerth und Felix Mendelsohn haben Konzertovatüren geschrieben später dann auch Johannes Brahms und Antonin Dvořák.
00:01:13: Normalerweise hat die Konzertovature eine literarische Vorlage, das muss aber nicht unbedingt der Fall sein.
00:01:21: Sie bezieht sich zwar eben nicht auf eine nachfolgende Oper, aber erzählt manchmal doch auch so eine Art Geschichte oder man kann sie sich als Vorspiel zumindest für eine imaginäre Oper dann denken.
00:01:34: Jörg Wittmann hat eine Konzert-Auvertüre geschrieben, die einfach Conbrio heißt.
00:01:40: Was natürlich kein direkter oder deutlicher Hinweis auf eine literarische Vorlage ist, sondern zunächst mal eine musikalische Vortragsbezeichnung.
00:01:50: Con Brio mit Schwung frisch vielleicht auch sogar stürmisch und das ist ein Charakter den in der Tat auch viele Konzertervorteuren einige Opernoventüren haben, sind sehr schwungvolle Stücke.
00:02:04: Sie sind ja auch dazu gedacht das Publikum schon von Anfang an mitzureißen und in eine erwartungsvolle stimmung zu versetzen.
00:02:13: wenn Konzertoventüre nur langsam und leise sind dann erfüllen sie eben diesen zweck nicht.
00:02:18: da muss schon einiges brio herhalten.
00:02:22: Diese Erwartung wird von Jörg Wittmann auch erfüllt.
00:02:25: Es gibt noch dazu auch Anspielungen auf viele klassische Konzertubertüren, die aber normalerweise nicht besonders lang sind sondern eher einzelne Stellen, einzelne Passagen manchmal auch nur einzelne Akkorde, die eben an die Tradition erinnern.
00:02:43: Insgesamt ist es aber ein Stück gegenwärtige Musik.
00:02:46: Das heißt, das ist ein Stück was sich nicht so leicht auch in Begriffe fassen lässt.
00:02:52: Dafür ist es vielleicht etwas zu früh.
00:02:54: Konbrio sagt schon sehr viel aus Aber was da im Einzelnen passiert?
00:02:59: Das muss dann von der Fantasie des Hörers auch noch gedeutet werden und dazu gibt die Musik allerdings sehr viel Anlass.
00:03:08: Carl-Maria von Weber ist vor allen Dingen durch ein Werk berühmt geworden, durch die Oper der Freischütze.
00:03:14: Aber er war ein sehr vielseitiger Komponist, der sich auch auf zahlreichen anderen Gebieten versucht hat.
00:03:21: Er war vor allem ein glänzender Kenner des Orchesters und da hatte ja einige Instrumente, die für ihn dann besonders wichtig waren, wie er eine Fortieber hatte.
00:03:31: Das waren zunächst mal das Horn und dann vor allen dingen auch die klare Nette Beides ja typisch romantische Instrumente, die eigentlich erst in der Romantik auch so zu ihrer Seele gefunden haben und das hat Weber in mehreren Werken ausgenutzt.
00:03:47: Leider hatte kein Hornkonzert geschrieben dafür aber gleich zwei Klarinettenkonzerte und die sind nun ganz von romantischen Stimmungen erfüllt.
00:03:56: Der Klarinettenklang ist ein anderer als im berühmten Klarinette Konzert von Wolfgang Amadeus Mozart.
00:04:03: Weber und Mozart waren übrigens verwandt.
00:04:05: Mozarts Frau Constanze war ja eine geborene Weber, ein bisschen was vom Mozartischen Geist letztlich auch spüren.
00:04:13: aber Weber geht im ganzen doch andere Wege in seinem Konzert und das heißt vor allen Dingen sehr dramatische Wege.
00:04:21: Seinen clarinetten Konzern zeigt deutlich den Einfluss der Opernmusik.
00:04:27: Es ist teilweise sehr dramatisch und die Kleinette spielt da sozusagen die prima Donner.
00:04:34: Der erste Satz Ganz besonders ist teilweise sogar sehr konflikthaft und die Klarenette muss eine große Vielzahl von Stimmungen beherrschen.
00:04:44: Das ist für Nationalisten nicht leicht, weil es einerseits ein sehr virtuoses Konzert ist aber auch immer wieder unvermittelt lyrische Passagen auftauchen, die einen ganz anderen Klang haben, einen ganz.
00:04:56: Der zweite Satz ist vielleicht der schönste des Konzerts, ein langsamer Satz und der enthält eine sehr bemerkenswerte Passage in der Mitte wo die Klarinette nur von drei Hörnern begleitet wird.
00:05:11: Also das Horn macht dann doch seine Aufwartung als romantisches Instrument und zwar gleich dreifach.
00:05:17: Die Hörner treten dann in einem wunderbaren Dialog mit der Solo-Klarinette.
00:05:22: Und die Klangfarbe, die sich daraus entwickelt ist wirklich ganz einzigartig und ist eben aus der Seele der Romantik direkt entsprungen.
00:05:33: Der letzte Satz, sehr virtuos auch sehr rhythmisch bestimmt gibt dann einen zündenden Abschluss.
00:05:40: Insgesamt ist dieses Konzert eine fast perfekte Form in der die Klarinette sozusagen ihre Selbstdarstellung betreiben kann.
00:05:48: alle Facetten des clarinetten Spiels werden gezeigt und trotzdem ist das Ganze eben auch von einer Stimmung erfüllt, die dann über das Virtuose noch weit hinausgeht und eben dann doch in den Bereich der romantischen Oper verweist.
00:06:06: Die fünften Symphonie von Ludwig van Beethoven ist neben dem neunten wahrscheinlich seine berühmteste.
00:06:13: sie wird als Schicksalsymphonie bezeichnet.
00:06:16: Kennseite dafür ist gleich der erste Anfang, der allbekannte Anfang zu dem Beethoven gesagt haben soll ihr klopft das Schicksal an die Pforte.
00:06:28: Das ist allerdings neuerdings bestritten worden ob Beethoven das wirklich so formuliert hat.
00:06:33: es gibt auch eine andere Darstellung.
00:06:36: die stand von keinem geringeren als Karl Scharny den berühmten Pianisten und Komponisten, der mit Beethoven im Prater spazieren ging.
00:06:46: Und man lauschte dem Gesang der Vögel und ein bestimmter Vogel soll also genau dieses sogenannte Schicksalsmotiv gepfiffen haben, sodass es also weniger etwas mit dem Schicksal zu tun haben sollte als mit dem Vogelgesang.
00:07:02: Wenn man die Musik allerdings hört dann ist dieser Schicksales Gedanke doch so dass er sich kaum abweisen lässt weil Wenn es dann eben so eines ist, dieses Vogelmotiv sich in ganz großartiger pathetischer orchestraler Gewandung zeigt und schon von Anfang an klar macht das hier ganz wichtige Dinge abgehandelt werden.
00:07:24: Der erste Satz der hat sich daraus entwickelt, ist allerdings relativ kurz.
00:07:28: dafür wert er von Anfang bis Ende fast ausschließlich bestritten von diesem sogenannten Schicksalsmotiv oder Vogelruf wie man will Und das hat Beethoven ganz genial gemacht, wie er aus diesem wirklich ganz, ganz simplen viertönigen Motiv dann so ein Satz entwickelt wird der dann an Dramatik kaum zu verbieten ist.
00:07:51: Der zweite Satz bringt Entspannung.
00:07:53: es ist eine Art Variationssatz in Astur mit einem wunderschönen Thema was von den Shelley und Bratschen zur Anfang vorgestellt wird aber dann auch in andere Instrumente wandert.
00:08:05: Da ist das typische Biethofen, dass der Charakter des Satzes durchaus ruhevoll ist.
00:08:10: Aber diese Ruhe doch auch immer wieder bedrängt wird durch plötzliche dramatische Einwürfe.
00:08:18: Es soll doch kein vollkommener Frieden aufkommen.
00:08:21: Zwar ist es so eine Beruhigung gegen immer den ersten Satz aber eben noch keineswegs eine endgültige Beruhigung Das Nachfolgen des Kerzo fast unheimlich zu nennen.
00:08:33: Das klingt sehr düster, kehrt wieder nach C-Moll zurück und hat ein sehr aggressives Trio was zwar in Dur steht aber auch keine fröhlichen Gedanken aufkommen lässt.
00:08:45: dann wird wie üblich die erste Teil wiederholt wieder in Moll aber findet diesmal keinen Abschluss landet auf einem Trugschluss es kommen geheimnisvolle leise Paukenklänge dazu.
00:08:58: Dann gibt es ein großes Crescendo und direkt schließt sich das Finale an in ganz strahlendem C-Dur mit einem Trompetenthema.
00:09:08: Und das wird man so gedeutet, dass hier wirklich das schlimme Schicksal besiegt ist... Im Sinne dieses Wortes, ich will dem Schicksal in den Rachen greifen.
00:09:19: Das ist hier also wirklich gelungen.
00:09:21: alle bösen alle düsteren alle finsteren Gedanken sind verschwunden und es kommt heraus fast zu einer Art Marschmusik so ein Siegesmarsch einen Triumphmarsche eben in strahlendem C-Dur.
00:09:35: Dann gibt es etwas später allerdings dort auch eine schreckmoment nämlich für einen Augenblick kehrt die Stimmung des Kerzos zurück.
00:09:42: man ist wieder in Moll Es klingt plötzlich alles wieder etwas ratlos und ängstlich, aber das ist nur von kurzer Dauer.
00:09:51: Dann setzt sich doch wieder der Marsch durch und das C-Dur.
00:09:56: Der Schluss der Symphonie ist berühmt geworden weil es wahrscheinlich die längste Strecke in einer klassischen Symfonie ist, die nur von einem einzigen Klang bestritten wird.
00:10:05: In diesem Falle eben dem C-dur.
00:10:07: drei Klang.
00:10:08: da gibt es sechsundzwanzig Takte lang nur C bis dann endlich der Schluss kommt, aber das war wohl nötig gewesen um diesen Schluss als Ballons erscheinen zu lassen.
00:10:21: zur den ganzen Dramatik die sich eben vorher abgespielt hat.
00:10:27: Die C-Model Symphonie ist aufgeführt worden in einem kandiosen gewaltigen Mammutkonzert dass Beethoven gegeben hat nur mit eigenen Werken.
00:10:37: dieses Konzert dauerte vier Stunden und enthielt unter anderem neben der fünften auch noch die sechste Symphonie und die Chor-Fantasie, das vierte Klavierkonzert.
00:10:48: Es waren statt auch noch Ende Dezember in einem ungeheizten Saal und die Zuhörer waren also doch dann nicht ganz glücklich vier Stunden lang bei eisiger Kälte sehr kompliziert eine neue Musik anhören zu müssen.
00:11:02: Das heißt anschließend waren die Kritiken eher verhalten.
00:11:07: Die Begeisterung des Publikums hielt sich in Grenzen.
00:11:10: Das hat sich aber bald geändert und eine große Rolle im Fall der fünften Symphonie hat dabei einen Aufsatz von Ithia Hoffmann gespielt, der diese Symphonies sehr lobte.
00:11:22: für ihn war das der Innenbegriff der romantischen Musik.
00:11:25: man sieht damals hatte noch etwas andere Begriffe von Klassik und Romantik.
00:11:29: heute wählt Beethoven ja als der große Klassiker.
00:11:33: Hoffmann.
00:11:33: jedenfalls fand diese Musik außerordentlich romantisch und außerordnlich zukunftsweisend.
00:11:38: Und vor allen Dingen auch außerordnenlich perfekt, hat sie in den höchsten Tönen gelobt.
00:11:44: Dann hat sich die Symphonie auch wirklich relativ schnell durchgesetzt, wurde dann auch an anderen Ländern gespielt und ist bis heute eben für jedes Orchester ein Punktstück des Rapatoirs geblieben.
00:11:56: Zum Abschluss noch einmal der Hinweis auf die Konzerte sind vielen statt am Samstag dem dreißigsten Mai um neunzehn Uhr und am Sonntag den einunddreißigsten Mai um achtzehn Uhr im Kulturpalast Dresden.
00:12:08: Ich wünsche Ihnen viel Freude!
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